Schloss Gatterburg bei Sonnenschein

KARIN PESCHKA, ENSEMBLE XXI. JAHRHUNDERT

Ein Abend mit Lesung & Konzert
18. Juli 2024
19:00, Teil 1: Lesung mit Karin Peschka, Kulturhaus Schüttkasten
20:00, Teil 2: Konzert “Besinnung!”, Rathaus Retz

28,- / freie Sitzplatzwahl

TEIL 1: LESUNG

Karin Peschka liest aus ihren Werken

„Sie fällt aus dem Rahmen der jüngsten deutschen Literatur“, urteilen die „Salzburger Nachrichten“ vor zehn Jahren anlässlich des Erscheinens ihres ersten Romans. Die Autorin ist damals Mitte Vierzig. „Steinalt“ in einer schnelllebigen Literaturszene, deren Einweg-Bestseller aus den Laptops und MacBooks von Mitt- und Endzwanzigern stammen. Heute ist Karin Peschka aus dem literarischen Profil Österreichs nicht wegzudenken. Ihre Romane „Watschenmann“ und „FanniPold“, ihre dystopische Bestandsaufnahme „Autolyse Wien“ oder „Putzt euch, tanzt, lacht“, die präzise Vermessung eines Daseins, das sich festfährt zwischen Alltag und verstellten Perspektiven – die im oberösterreichischen Eferding geborene Wirtshaustochter blickt hinter Lebensfassaden. Voyeuristische Schonungslosigkeit ist ihr dabei ebenso fremd wie distanzierte Beschaulichkeit. Mit der Wahl ihrer Perspektiven und einer Sprache, deren unprätentiöse Eindringlichkeit ihresgleichen in der zeitgenössischen Buchkultur sucht, rüstet sie ihre Leserinnen und Leser mit jenem Mut, sich selbst auf die Schliche zu kommen. 

Zurecht wird ihr jüngster, generationenumspannender und dramatisch dicht gewebter Roman „Dschomba“, die Chronik eines schuldbeladenen Dorfes, von den Medien als „furiose Sensation“ gefeiert. Im Juli 2024 erlebt Karin Peschkas erstes Theaterstück in Wilhering seine Uraufführung. Unmittelbar danach ist die Ausnahmeautorin in Retz zu Gast.    

TEIL 2: KONZERT  

ensemble XXI. jahrhundert erstmals in Retz

„Das Leben ist eine fortwährende Ablenkung“, hat Franz Kafka festgestellt, „die nicht zur Besinnung kommen lässt, wovon sie ablenkt.“ Manchmal ist es Zeit, im rasenden Trubel innezuhalten. Sich umzublicken. Um sich zu blicken. Einen Moment nur. Jenen Moment, in dem Anfang und Ende verschmelzen. 

Jänner 1941. Stalak VIII im deutschen Görlitz. Vor vierhundert französischen Kriegsgefangenen gelangt ein Werk zur Uraufführung, das die Musik des 20. Jahrhunderts revolutionieren wird. Sein Schöpfer wurde buchstäblich von der Orgelbank der Pariser Kathedrale La Trinité weg zum Militär eingezogen. Der Lagerkommandant persönlich hat die Instrumente für das improvisierte Konzert organisiert. Und es scheint, als hielte der Wahnsinn des Krieges plötzlich inne, um dem Gesang von Vögeln, dem Singen des Regenbogens, den Fanfaren des Weltgerichts und den Stimmen der Engeln Klangraum zu geben. 

„Quatuor pour la Fin du Temps“ von Olivier Messiaen ist ein Jahrhundertwerk, das vom apokalyptischen Ende der Zeit berichtet. Nicht pessimistisch unheilsschwanger, nicht verbittert untergangsverliebt, sondern im tiefsten menschlichen Wissen darum, dass Anfang und Ende eins sind. Immer. Immer schon. Und auf ewig. 

Seit mehr als einem halben Jahrhundert schlägt das ensemble XXI. jahrhundert unter seinem Gründer und Leiter Peter Burwik Klangbrücken. Zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Zwischen Kontinenten, Kulturen, Mentalitäten und Visionen. Und macht begreifbar: Musik ist klingende Zeitzeugenschaft.   

28,- Euro / freie Sitzplatzwahl