Handeln!
Eben noch ist uns die Welt als ein globales Ganzes erschienen. Nun müssen wir erleben, wie sie in Machtblöcke zerfällt. Demokratie und Rechtstaatlichkeit, Fundament unseres Zusammenlebens und freier persönlicher Entwicklung, stehen auf dem Prüfstand. Sehenden Auges steuern wir auf eine ökologische Katastrophe zu. Doch unsere Zukunft liegt, so scheint es im Moment, in den Händen von Diktatoren, Tech-Milliardären, Oligarchen, Warlords und Strauchrittern.
In Situationen der Bedrohung reagiert jeder Mensch gleich: Kampf oder Flucht.
Doch was, wenn die ganze Welt zur Existenzbedrohung wird? – Gegen die Welt kann keiner von uns kämpfen. Und vor ihr fliehen, bedeutet Isolation, Vereinsamung und letztlich den eigenen Tod.
Ist dem Menschen die Handlungsfähigkeit genommen, zieht die Psyche die Notbremse: Laut aktuellen Studien sind 22,7 Prozent der österreichischen Bevölkerung von psychischen Störungen betroffen. Ökonomische und ökologische Krisen treiben die Dunkelziffer in die Höhe. Depression und Angststörungen, beide auf Beeinträchtigung des Kampf-Flucht-Syndroms zurückzuführen, sorgen für monatelange Krankenstände. Und jahrelange Lebenskrisen.
Was können wir tun, um als Individuum wie als Gesellschaft handlungsfähig zu bleiben? – Unsere Psyche weiß es ganz genau:
Statt der Ohnmacht das Wort zu reden, braucht es Besinnung, über welch wertvolle Potentiale, Fähigkeiten und Möglichkeiten jede und jeder von uns verfügt.
Statt sich aus der Welt zurückzuziehen: ein entschlossener Schritt in sie hinein. Mit offenen Armen. Auf unsere Mitmenschen zu.
Statt uns von den Weltgeschehnissen in innere Finsternis treiben zu lassen, müssen wir, so schwer es manchmal auch fällt, das Leben lieben. Jeden Tag von neuem. Unser Leben. Mit allen Sinnen.
Die Kirchenoper „Judith & Holofernes“ stellt die Kernfrage des Festival Retz 2026: Was tun?
Lassen Sie uns mit hochkarätigen Künstlerinnen und Künstlern der heimischen und internationalen Kulturszene bei klassischen Konzerten und interaktiven Musikevents, bei spannenden Lesungen und interkulturellen Begegnungen über Grenzen gehen.
Lassen Sie uns gemeinsam unter der Sonne des Retzer Landes das Weite suchen.
Und zusammen die Weite finden!