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Handeln!
Handeln! – So lautet das Motto des Festival Retz 2026. Und stellt vom 10. bis 26. Juli 2026 die Kirchenoper
„Judith & Holofernes“ von Alessandro Scarlatti in den Mittelpunkt. Der Kartenvorverkauf startet heute.
Kurzentschlossene aufgepasst: Bis 24. Dezember 2025 erhalten Sie bei Ihrer Kartenbestellung unter
www.festivalretz.at
20 % Rabatt.
Sehr verehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde des Festival Retz!
Es existieren keine amtlichen Dokumente. Die Berichte jener, die dabei gewesen sind, hören sich wirr an:
„Es war sehr kalt. Und sehr still. Da waren diese Stimmen in der nächtlichen Luft. Ich konnte die Stille hören.
Es war unheimlich.“ – Der Erste Weltkrieg währt den fünften Monat. Im Frontabschnitt zwischen Mesen und Nieuwkapelle
in Flandern stehen sich Deutsche und Briten gegenüber. Da schweigen plötzlich die Waffen. Auf beiden Seiten.
Soldaten kommen aus ihren Schützengräben. Gehen aufeinander zu. Machen sich gegenseitig Geschenke.
Man singt „Stille Nacht“. Und spielt gemeinsam Fußball. – Es ist der 24. Dezember 1914. Als „Weihnachtsfrieden“
geht der Tag in die Anekdotensammlung der Kriegsgeschichte ein.
Was trieb die Männer dazu, gegen Befehle zu handeln? Was dachten sie sich, als sie unabgesprochen die Waffen beiseite legten?
Wie fühlten sie sich, als sie aus der Deckung traten und Scharfschützen Ziel boten?
Die Psychologie spricht von Eigenmächtigkeit. Und meint damit den Einklang von persönlichem Willen und seiner Verwirklichung.
In existenziellen Ausnahmesituationen kennt unsere Spezies zwei Reaktionsmöglichkeiten: Kampf oder Flucht. Ist keines von beiden möglich,
zieht die Seele die Notbremse. Der Mensch „friert“ dann ein. Gemeinhin wird dies als Depression bezeichnet.
Laut jüngster Studie sind 22,7 Prozent der österreichischen Bevölkerung von psychischen Störungen betroffen.
Das verwundert nicht angesichts der globalen Verunsicherung, die uns im Sekundentakt der Newsticker zu Bewusstsein gebracht wird.
Die Welt scheint in den Händen von Demokratiefeinden und Strauchrittern. Aggressoren werden belohnt, Opfer bestraft.
Klimakrise. Inflation und Teuerung. Die Sorge um die eigene Existenz sitzt einem im Nacken. Schockstarre. – Was tun?
Die Soldaten des Ersten Weltkrieges gingen vorbehaltlos aufeinander zu. Ein Augenzeuge berichtete später,
kein gezücktes Bajonett, kein Warnschuss hätte sie daran hindern können. Von welch tiefem Vertrauen in das Gute im anderen waren sie beseelt!
Handeln! – So lautet das Motto des Festival Retz 2026. Von 10. bis 26. Juli 2026 verwandelt sich das Retzer Land in eine Begegnungsstätte
zwischen regionalen Kulturpotenzialen und internationaler Kulturszene. Es erwartet Sie ein vielfältiger Veranstaltungsreigen,
bei dem sich gemeinsam Kraft sammeln lässt für eigenmächtiges Handeln.
Im Mittelpunkt: die Kirchenoper „Judith & Holofernes“ von Alessandro Scarlatti: Das Volk Israel steht kurz vor der Kapitulation
vor einem übermächtigen Feind. Da entschließt sich eine Frau zu handeln. Die Bibel berichtet von einer Heldentat.
Die Wirklichkeit eines politischen Attentats sieht anders aus. Das Barockjuwel aus dem Jahr 1697 erleben Sie in der Inszenierung
des renommierten Regisseurs und Bühnenbildners Hartmut Schörghofer und unter der musikalischen Leitung von Barock-Experte Luca De Marchi
in internationaler Spitzenbesetzung.
Nehmen wir uns ein Beispiel an den Soldaten.
Treten wir aus der Deckung.
Lassen wir die Masken fallen.
Friede ist Teamwork.
Ihr Team vom Festival Retz
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